
Napoleon Bonaparte Biographie
Aus einfachen Verhältnissen auf Korsika stammend, stieg er in wenigen Jahren vom unbekannten Offizier zum mächtigsten Mann Europas auf. Mit strategischem Genie und unerschütterlichem Willen verändert Napoleon die Landkarte des Kontinents – und das Schicksal von Millionen Menschen. Auf dieser Seite geht es um die Geschichte eines beispiellosen Aufstiegs, geprägt von Ehrgeiz, Krieg und dem Traum von grenzenloser Macht.
Kindheit und Jugend
Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 auf der französischen Insel Korsika geboren. Seine Eltern waren zwar lokal angesehene, aber finanziell angeschlagene Kleinadelige. Dank eines Stipendiums des Königs konnte er jedoch mit neun Jahren auf eine Kadettenschule in Kontinentalfrankreich gehen, welche ihre jungen Schüler auf eine Militärlaufbahn vorbereite. Nachdem er seine Abschlussprüfung bestanden hatte, wurde er 1784 an der renommierten Königlichen Militärschule angenommen, wo er sich vertieft mit Artillerie beschäftigte. Mit nur 16 Jahren konnte Napoleon die Schule aufgrund seiner guten Leistungen abschließen und begann seinen aktiven Militärdienst. Im gleichen Jahr starb sein Vater, weshalb ihm nun die Versorgung seiner Mutter und seiner sieben Geschwister zufiel.




Napoleon als Leutnant


Italienfeldzug Napoleons


Napoleon in Ägypten
Aufstieg im Militär
Mit der französischen Revolution ab 1789 begann Napoleons Erfolgskarriere im Militär. Napoleon befürwortete die Revolution und sah sie als Chance für Korsika, die Unabhängigkeit von Frankreich zu erlangen. Er nahm Urlaub von der Armee und versuchte in seiner Heimat, gemeinsam mit seinem Bruder für ein unabhängiges Korsika zu kämpfen, was allerdings misslang. Er kehrte daraufhin 1793 nach Frankreich zurück, wo er den neuen Herrschern, dem Jakobinerregime, seine Treue erklärte. Die erfolgreiche Eroberung der Stadt Toulon im November 1793, die von Gegnern der Jakobiner und der britischen Flotte besetzt gehalten wurde, war eine der Grundsteine für Napoleons erfolgreichen Aufstieg. Er wurde als Konsequenz zum Brigadegeneral befördert. Auch privat tat sich einiges bei Napoleon. Im Sommer 1795 lernte er Josephine de Beauharnais in Paris kennen. Sie gehörte zum näheren Umfeld des Direktoriums, welches den Jakobinern als Herrscher über Frankreich nachfolgte und mit denen Napoleon sich gutstellen wollte. Die beiden heirateten im März 1796.
Feldzüge in Italien & Ägypten
Kurz nach der Hochzeit reiste Napoleon nach Italien, um als Oberbefehlshaber den Italienfeldzug der französischen Armee als Teil des Ersten Koalitionskrieges anzuführen. Trotz schlecht ausgestatteter Armee gelang es ihm, die Begeisterung der Truppe zu wecken und den Gegner aufgrund seines strategischen Geschicks schier zu überrennen. Nachdem Napoleon mit seinen Truppen die Sardinier geschlagen hatte, widmete er sich den Österreichern, welche er im Mai 1796 in der Schlacht bei Lodi besiegte. Daraufhin schloss er mit Kaiser Franz II. Frieden und sicherte den Franzosen die österreichischen Niederlande und die Lombardei. Aufgrund seiner Siege kehrte Napoleon als Volksheld vom Italienfeldzug nach Frankreich zurück und wurde von der Bevölkerung begeistert empfangen. Er wollte diese Begeisterung durch weitere militärische Erfolge aufrechterhalten und startete deshalb 1798 einen Feldzug zur Eroberung Ägyptens. Dieser verlief allerdings weniger erfolgreich. Napoleon kehrte daraufhin 1799 nach Frankreich zurück. Das Scheitern seines Feldzuges wurde öffentlich jedoch kaum diskutiert. Vielmehr fokussierten sich die Franzosen auf den Zweiten Koalitionskrieg, welcher das Vertrauen in die Regierung des Direktoriums untergrub.
Vom Staatsstreich bis zum Aufstieg zum Kaiser
Die beiden Mitglieder des Direktoriums, Emmanuel Sieyes und Roger Ducos, planten deshalb einen Putsch und Napoleon sagte zu, sie zu unterstützen. Der Staatsstreich glückte und am 10. November 1799 wurde die französische Verfassung geändert und sah nun die 3 Verschwörer als politische Herrscher vor. Napoleon stand dabei als ersten Konsul an der Spitze. Anschließend wurde eine neue Konsulatsverfassung ausgearbeitet, bei der es Napoleon gelang, die beiden anderen ins Abseits zu drängen und schließlich zu ersetzen. Er erhielt durch die im Dezember 1799 verabschiedete Verfassung eine Amtszeit von zehn Jahren sowie umfassende Vollmachten, die ihn nun auch rechtlich de facto zum Alleinherrscher machten und die Mitspracherechte des Parlaments enorm beschnitten. Napoleon strebte allerdings nach noch mehr Macht, sodass er sich 1801 zum Konsul auf Lebenszeit ernannte und sich 1804 sogar selbst zum Kaiser krönte. Das war deshalb besonders, weil die Kaiserkrone zuvor bei der Krönung immer vom Papst aufgesetzt worden war. Die Krone war ein Zeichen der göttlichen Auserwähltheit des Kaisers. Napoleon setzte sich die Krone jedoch selbst auf, denn er verstand sich nicht als Kaiser von Gottes Gnaden, sondern als Volkssouverän.
Innenpolitik
Napoleon hatte 1799 die Französische Revolution für beendet erklärt. Er wollte jedoch ihre Errungenschaften und Ideale wahren und zu ihren Grundsätzen zurückkehren. In den von Frankreich beherrschten Gebieten schaffte er den Feudalismus ab und beendete die Aufstände der Unterschicht, was vor allem den Interessen des Bürgertums nachkam. Um seine Herrschaft zu manifestieren, schaffte er jedoch auch die Demokratie durch seine Konsulatsverfassung de facto ab. Innenpolitisch war Napoleon für zahlreiche moderne Reformen verantwortlich, beispielsweise den Ausbau der Infrastruktur, die Sanierung der französischen Staatsschulden und die Zentralisierung der Verwaltung. Bis heute ist Frankreich ein zentral von Paris aus organisiertes Land. Außerdem stieß er die Trennung von Kirche und Staat in Frankreich durch einen Vertrag mit dem Papst an. Als wohl größte Neuheit gilt Napoleons Code Civil. 1804 erließ er ein bürgerliches Gesetzbuch, welches die Rechtsprechung vereinheitlichen sollte. Alle Bürger wurden vor dem Gesetz gleichgestellt und Privateigentum wurde geschützt. Der Code Civil wurde auch in vielen von Napoleon eroberten Gebieten eingeführt und hatte teilweise bis 1900 Bestand. Auch sein Einfluss auf nachfolgende Zivilgesetzbücher ist enorm. Alle diese Maßnahmen brachten ihm in der Bevölkerung große Beliebtheit ein, sodass er zum „Kaiser der Franzosen“ wurde.
Außenpolitik
Außenpolitisch versuchte Napoleon durch seine Heiratspolitik, seine Stellung in Europa zu verbessern. Zum einen verheiratete er gezielt seine Kinder und Angehörigen mit anderen Herrscherhäusern. Zum anderen wählte er auch selbst 1810 aus strategischen Gründen Marie-Louise von Österreich, die älteste Tochter des österreichischen Kaisers, zu seiner Gemahlin aus. Napoleon ist jedoch auch heute noch vor allem für seine militärischen Leistungen bekannt. Insgesamt führte er sechs bis sieben Koalitionskriege gegen wechselnde verbündete europäische Mächte. Seine Kriege kosteten Hunderttausenden Menschen das Leben, sodass er von seinen Kritikern als Tyrann dargestellt wurde. Gleichzeitig war Napoleon auf dem Schlachtfeld sehr erfolgreich. Er sicherte durch die Siege in den Revolutionskriegen bis 1809 nicht nur seine Herrschaft, sondern brachte auch weite Teile Europas unter seine Kontrolle. Auf dem Höhepunkt seiner Macht um 1810 regierte Napoleon als Kaiser der Franzosen ein Großreich, bestehend aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Norditalien und dem heutigen Deutschland westlich der Elbe. Zudem hatte Napoleon zahlreiche verbündete Staaten geschaffen, welche direkt von ihm abhängig waren, sodass Napoleons Vormachtstellung in Europa unangefochten war. Mit dieser Macht und einer „Grande Armée“ bestehend aus 600.000 Soldaten, versuchte er nun, auch Russland unter seine Kontrolle zu bringen. Sein Versuch, 1812 Russland zu erobern, scheitert allerdings am harten russischen Winter und ein Großteil seiner Soldaten erfror oder verhungerte. Von den 600.000 Soldaten kamen nur rund 75.000 aus Russland zurück. Diese Niederlage läutete seinen militärischen und politischen Abstieg ein.
Politischer Abstieg und Sturz
Nach Napoleons Niederlage in Russland bildete sich eine neue Koalition gegen ihn, die ihn in den sogenannten Befreiungskriegen und der berühmten Völkerschlacht bei Leipzig 1813 besiegen konnte. Da Napoleons Anerkennung im Volk maßgeblich auf seinen militärischen Erfolgen beruhte, führte seine Niederlage zu öffentlicher Kritik. Napoleon wollte sich jedoch nicht auf einen Friedensvertrag einlassen, sodass alliierte Truppen 1814 in Paris einzogen und die Stadt besetzten. Napoleon hatte mittlerweile einen Großteil der Unterstützung im Volk und im Militär verloren und wurde 1814 als Herrscher Frankreichs abgesetzt. Ihm wurde die Insel Elba im Mittelmeer als Wohnsitz zugewiesen, einzig seinen Kaisertitel durfte er behalten. Napoleon aber wollte seine Macht noch nicht aufgeben. Im März 1815 kehrte er nach Frankreich zurück und wurde auf seinem Weg nach Paris teilweise begeistert von der Bevölkerung empfangen, die mit der wiederhergestellten Monarchie in vielen Teilen unzufrieden war. Der neue König floh und Napoleon wurde wieder zum Herrscher Frankreichs. Das konnten die anderen Großmächte Europas, die gerade in Wien eine Nachkriegsordnung aushandelten, nicht akzeptieren und griffen Napoleon und seine Armee im Juni 1815 bei Waterloo an. Dort wurde Napoleon erneut geschlagen, womit seine sogenannte Herrschaft der hundert Tage endete. Er wurde auf die kleine Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er mit einigen wenigen Begleitern lebte. Am 5. Mai 1821 starb er auf St. Helena.
Zusammenfassung
Nochmal das Wichtigste in Kürze: Napoleon Bonaparte war ein französischer General, der während der Französischen Revolution aufstieg und 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt wurde. Durch sein militärisches Geschick eroberte er große Teile Europas und führte insgesamt sechs bis sieben Koalitionskriege gegen wechselnde europäische Bündnisse. Gleichzeitig reformierte er Staat und Gesellschaft, etwa durch den Code Civil und eine moderne Verwaltung. Nach schweren Niederlagen wurde er ins Exil geschickt, kehrte kurzzeitig zurück und starb schließlich verbannt auf einer entlegenen Insel.


Krönung Napoleons zum Kaiser


Russlandfeldzug Napoleons
Napoleons Vater Carlo Buonaparte








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